„Eine unvergleichliche deutsche Schauspielerkarriere“ - Platzeck würdigt Erwin Geschonneck zum 100.

26.12.2006Ministerpräsident Matthias Platzeck hat Leben und künstlerisches Schaffen des Schauspielers Erwin Geschonneck gewürdigt. Anlässlich des 100. Geburtstags des Mimen am 27. Dezember erklärt der Ministerpräsident in Potsdam:

„Erwin Geschonneck ist im besten Sinne des Wortes eine Jahrhundert-Persönlichkeit. Er kann stolz sein auf eine unvergleichliche deutsche Schauspielkarriere. Seine Kunst zog Generation um Generation in ihren Bann, und sie wird es weiter tun. Vom Stummfilm, den ersten Tonfilmen und Bühnenauftritten bis hin zu der unvergleichlichen Defa-Karriere. Geschonneck ist unauslöschlicher Bestandteil der deutschen Theater- und Filmgeschichte. Erwin Piscator, Ida Ehre, Helmut Käutner, Wolfgang Liebeneiner, Bertolt Brecht und viele andere arbeiteten mit ihm zusammen.

Wir in Brandenburg sind besonders froh über das künstlerische Defa-Erbe Geschonnecks. ‚Das kalte Herz’, ‚Karbid und Sauerampfer’, ‚Nackt unter Wölfen’ sind Meisterwerke. ‚Jakob, der Lügner’ ist eine Perle des Genres und die einzige Oscar-Nominierung eines Defa-Streifens. So unterschiedlich die Filmcharaktere waren, immer gelang es Geschonneck, einen authentischen Zugang zu den Rollen zu finden. Brillant und souverän wusste er die Palette seiner schauspielerischen Möglichkeiten einzusetzen.

Erwin Geschonneck ging aber nicht nur künstlerisch einen geradlinigen Weg: Wegen seiner Ideale musste er Nazi-Deutschland 1933 verlassen. Auch im Exilland Sowjetunion war er bald unbequem, sodass er zum Verlassen des Landes gezwungen wurde. Er fiel in die Hände der Nazis und musste lange Jahre in drei Konzentrationslagern durchleiden. Später in der DDR war er ein vieldekorierter Künstler, doch Zensur war ihm suspekt.

Erwin Geschonneck hatte einst bekannt, 100 werden zu wollen. Nun feiern wir seinen Ehrentag: Herzlichen Glückwunsch!“

Der Ministerpräsident hat dem Jubilar zum 100. Geburtstag ein Glückwunschschreiben übersandt.