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Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus eröffnet – Woidke hebt Engagement der Zivilgesellschaft beim Aufbau hervor

veröffentlicht am 10.12.2013
Ministerpräsident Dietmar Woidke hat das Engagement der Zivilgesellschaft beim Aufbau der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus gewürdigt. „Es waren viele engagierte Bürgerinnen und Bürgern mit guten Ideen und mit großem Einsatz an der Gestaltung der Ausstellung beteiligt“, sagte Woidke bei der Eröffnung am Dienstag in Cottbus. Woidke hob besonders das Mitwirken von ehemaligen Inhaftierten hervor, die ihre bitteren Erlebnisse in die Arbeit der Gedenkstätte mit einbrächten.

Woidke wörtlich: „Die Zeitzeugen leisten damit einen wichtigen Beitrag zu unserem kollektiven Gedächtnis und helfen dabei, schmerzvolle Erinnerungen wachzuhalten. Das dient zugleich als Mahnung für heutige und künftige Generationen.“ Mit der Gedenkstätte wurde auch die Dauerausstellung „Karierte Wolken – politische Haft im Zuchthaus Cottbus 1933-1989“ eröffnet.

Woidke erinnerte an die Geschichte des ehemaligen Zuchthauses, die ein Streiflicht auf die Entwicklung des Strafvollzugs im 20. Jahrhundert werfe. „Die Moral einer Gesellschaft zeigt sich auch am Umgang mit ihren Gefangenen. Nach heutigem Verständnis saßen zumeist keine Verbrecher in Cottbus ein. Die überwiegende Mehrzahl der Gefangenen wurde aus politischen Gründen inhaftiert. Während der NS-Zeit waren es vor allem deutsche und ausländische Widerstandskämpferinnen, deren tragischer Weg dann oftmals in Konzentrationslagern endete. In der DDR erlangte das Zuchthaus als Haftanstalt für politische Gefangene und verhängnisvolle Sackgasse für viele Ausreisewillige eine zweifelhafte Bedeutung. Die Insassen litten über viele Jahrzehnte unter menschenunwürdigen Haftbedingungen, unter Misshandlung und Demütigung.“ Woidke mahnte, gerade die Aufarbeitung der diktatorischen Vergangenheit vor und nach 1945 sei eine unabdingbare Voraussetzung für die Gestaltung der demokratischen Zukunft Deutschlands.

Der Bund, das Land Brandenburg und die Stadt Cottbus förderten die Errichtung der Gedenkstätte mit 2,7 Millionen Euro.