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Josef Franz

Am 15. September 1915 wurde Josef Franz, der zur Minderheit der Sinti gehörte, vermutlich in einem Wohnwagen in Schwedt geboren.

Sein Vater war der Arbeiter Hugo Ewald Franz. Dieser hat 1918 Josefs Mutter Maria Schmitz standesamtlich in Königsberg geheiratet. Jedoch war sie unter vielen verschiedenen Namen bekannt (z.B. Maria Reinhard oder Olga Franz). Der Grund dafür war wahrscheinlich die Verfolgung und Diskriminierung der Sinti, welche schon zu jener Zeit stattfand.

Später wurde die Familie gezwungen, in das kommunale Zwangslager am Contiener Weg in Königsberg zu ziehen. Dort lebten sie in einem anscheinend ausrangierten Eisenbahnwaggon.

Am 23. August 1941 wurde Josef Franz aus unklaren Gründen verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert.

Der Sinto überlebte die NS-Zeit und lebte anschließend bis 1970 in Polen bis er später in die Bundesrepublik Deutschland übersiedelte

Stammbaum von Josef Franz

On 15 September 1915, Josef Franz, who belonged to the Sinti minority, was presumably born in a caravan in Schwedt.

His father was the laborer Hugo Ewald Franz. In 1918, he officially married Josef's mother, Maria Schmitz, in Königsberg. However, she was known by many different names (e.g., Maria Reinhard or Olga Franz). This was probably due to the persecution and discrimination faced by the Sinti, which had already begun at that time.

Later, the family was forced to move to the municipal forced camp on Contiener Weg in Königsberg. There, they lived in what appears to have been a decommissioned railway carriage.

On 23 August 1941, Josef Franz was arrested for reasons that remain unclear and deported to the Auschwitz concentration camp.

As a Sinto, he survived the Nazi era. After the war, he lived in Poland until 1970, when he later emigrated to the Federal Republic of Germany.

Ausschnitt aus einem Stadtplan von Schwedt/Oder, 1940

Die Gartenhäuser standen am Stadtrand von der historischen Stadt Schwedt. Heute liegt der Ort hinter den Wohnhäusern Nr. 83 bis 113 im Julian-Marchlewski-Ring.
Die Gartenhäuser standen am Stadtrand von der historischen Stadt Schwedt. Heute liegt der Ort hinter den Wohnhäusern Nr. 83 bis 113 im Julian-Marchlewski-Ring.

Das kommunale Zwangslager am Contiener Weg in Königsberg (Karte)

Lageplan des Zwangsarbeitslagers in Königsberg

Bei der Verfolgung der ostpreußischen Sinti durch das nationalsozialistische Regime stellt Königsberg einen Sonderfall dar. Das bedeutendste Lager befand sich am Contiener Weg – gleich neben der Bindfadenfabrik. Spätestens seit Juli 1941 wurde es als sogenanntes „Z. Gemeinschaftslager“ von der Königsberger Kriminalpolizei verwaltet und mit Stacheldraht umgeben. Schätzungsweise weit über 300 Sinti, offensichtlich alle in Königsberg noch vorhandenen, waren hier interniert. Einzelne Bewohner des Lagers am Contiener Weg wurden zur Zwangsarbeit in das Arbeitserziehungslager Hohenbruch überstellt. Anders als bei den ostpreußischen Sinti aus der Provinz führte ihr Verfolgungsweg von Königsberg – über einen Zwischenaufenthalt im Ravelin Haberberg zwischen Friedländer Tor und Hauptbahnhof – direkt in das „Z. Familienlager“ in Auschwitz-Birkenau. Sie trafen am 28. März 1943 in Auschwitz-Birkenau ein: 191 Frauen und Mädchen, 97 Männer und Jungen. Nur wenige wurden zur Zwangsarbeit eingeteilt, die übrigen tötete die SS in den Gaskammern von Birkenau. Das „Z.-Lager“ am Contiener Weg wurde am 7. April 1945 von der Roten Armee „befreit“. Die Häftlinge, die die anschließenden Gewaltexzesse und die Hungersnot überlebten, verschleppten die sowjetischen Behörden Ende des Jahres nach Sibirien.

Quelle

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