Familie Laubinger

Maria Laubinger
Maria Laubinger wurde am 18. März 1915 in Schwedt an der Oder geboren. Ihre Eltern waren Reinhold Lauenburger, der Musiker und Korbmacher war, und Eva Wiegand. Die Familie lebte damals mit ihrem Wohnwagen hinter den Gartenhäusern auf einem Grundstück in Schwedt.

Auch später hielt sich die Familie offenbar immer wieder in Brandenburg auf. Das erkennt man daran, dass zwei weitere Kinder der Familie dort geboren wurden: Arthur im Jahr 1925 in Knoblauch im Havelland und Elsa 1928 in Malitschkendorf, im heutigen Landkreis Elbe-Elster.
Maria heiratete später und lebte unter anderem in der Region Weser-Ems. Doch im Mai 1940 wurde sie zusammen mit vielen anderen Sinti und Roma aus Nordwestdeutschland in das von Deutschland besetzte Polen deportiert. Was genau ihr dort nach der Deportation widerfuhr, ist nicht bekannt. Der Historiker Hans Hesse fand jedoch heraus, dass Maria überlebt hat. Am 8. Mai 1945 kehrte sie aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen in ihre Heimatregion zurück.
Ihre Eltern, ihre Geschwister und weitere Verwandte wurden Anfang 1943 in Braunschweig-Veltenhof verhaftet und wurden nach Auschwitz deportiert. Fast alle Mitglieder ihrer Familie starben dort im Konzentrationslager. Überlebt hat wahrscheinlich nur ihr Bruder Arthur.
Minna Laubinger
Minna Laubinger wurde am 4. April 1915 in Schwedt an der Oder geboren. Ihre Eltern hießen Karl und Friederike Laubinger. Über Minnas frühes Leben wissen wir heute nur wenig. Bekannt ist aber, dass sie später in Witten lebte und dort selbst drei Kinder bekam. Im Jahr 1943 wurde Minna Laubinger gemeinsam mit ihren Eltern und ihren Kindern in ein Lager deportiert. Dort wurden auch ihre drei Töchter registriert: Gisela, Amanda und Anita. Die drei Geschwister haben das Lager nicht überlebt. Minna selbst starb am 16. April 1943 an einer Sepsis.
Auch Minnas Eltern wurden Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Ihr Vater Karl starb im August 1943 in Auschwitz, ihre Mutter Friederike im Januar 1944.
Minnas Lebensgefährte Josef Lind wurde bereits 1942 verhaftet, weil er seine Familie ohne Erlaubnis besucht hatte. Danach kam er zuerst ins Gefängnis und später in mehrere Konzentrationslager. In der Haft verlor er sein Gehör, überlebte aber die Zeit des Nationalsozialismus.

