Kabinett legt Evaluationsbericht vor – Lange: Modellregion Oranienburg ist ein Erfolgsprojekt
veröffentlicht am 25.02.2025
Die Modellregion Oranienburg zur Kampfmittelbeseitigung ist erfolgreich. Das ist das Fazit des Berichts dazu, den Innenministerin Katrin Lange heute dem Kabinett vorgelegt hat. In Oranienburg wurde über fünf Jahre hinweg erprobt, wie die Kampfmittelbeseitigung in Brandenburg verstärkt werden kann. Dazu wurden dem Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) erweiterte Befugnisse übertragen sowie zusätzliche personelle und sächliche Ressourcen zur Verfügung gestellt.
Lange: „Unser Bericht weist nach, dass die Modellregion Oranienburg ein Erfolgsprojekt ist. Die wichtige Arbeit des Kampfmittelbeseitigungsdienstes konnte noch effizienter gestaltet werden. Bundesweit ist keine Region bekannt, die derartig durch Bomben mit chemischen Langzeitzündern belastet ist. Auf Grund der besonderen Gefahrenlage erfordert diese Situation eine systematische Suche und Beräumung auf hohem technischen Niveau. Dem KMBD wurden dafür erweiterte Befugnisse und Aufgaben zu Teil. Diese dürfen nun nicht wieder zurückgefahren werden. Vielmehr sollte das Modell in eine Kompetenzregion überführt werden.“
Die Modellregion verfolgt den Ansatz der systematischen Kampfmittelsuche in besiedelten Gebieten im Gegensatz zur sonst üblichen anlassbezogenen Suche, z. B. bei Bauarbeiten. Das führt u. a. dazu, dass großflächige Gebiete von Oranienburg künftig nicht mehr unter Kampfmittelverdacht stehen. Neben anderen Effekten ist auch dies im Interesse der Stadt und der Bürger.
In Oranienburg trafen Bombardierungen mit einem überproportional hohen Anteil von Bomben mit chemischen Langzeitzündern auf besondere Bodenverhältnisse. Dies führte dazu, dass ein Großteil der Bomben nicht explodierte, sodass eine hohe Zahl an Blindgängern im Boden vermutet wird. Im Zeitraum von Oktober 1991 bis November 2024 wurden 233 Sprengbomben im Gebiet von Oranienburg gefunden. Davon waren rund 55 Prozent mit gefährlichen Zündern ausgestattet, viele mit chemischen Langzeitzündern. 109 konnten entschärft werden, 34 wurden vor Ort gesprengt. Das Land Brandenburg weist mit ca. 580.000 Hektar den größten Anteil an Flächen unter Kampfmittelverdacht in der Bundesrepublik Deutschland auf.
Pressemitteilung Modellregion Oranienburg (application/pdf 57.6 KB)

